Geschichte von Rüfenacht
Rüfenacht liegt auf knapp 600m am Südhang des Dentenbergs an einer prähistorischen Durchgangsroute zwischen Worblen- und Aaretal.
Vielbringen liegt südlich davon, geschützt hinter ehemaligen Moosen und Wäldern auf knapp 580 m.
Der Ortsname «Rüfenacht» belegt die Existenz einer gallorömischen Siedlung:
Das erste Namenglied besteht aus dem römisch-lateinischen Personennamen «Rufinus», das zweite Glied aus der gallisch-keltischen Adjektiv-Nachsilbe «-âkos/âcon», welche die Römer von ihren keltischen Siedlungsvorgängern übernahmen und ihrer lateinischen Sprache als «-âcus/âcum» anpassten. Die Silbe bedeutet so viel wie «gehört zu». Kultivierbares Land, welches die römische Verwaltung einem verdienten Bürger – zum Beispiel unserem «Rufinus» – zur Bebauung verlieh, wurde nach diesem Besitzer benannt und verzeichnet. «Rufiniacum» hiess also so viel wie «dem Rufinus gehörendes Landgut» oder «dem Rufinus gehörende Güter».
Nicht von ungefähr lag diese Siedlung am vielbegangenen Weg zwischen den römisch besiedelten Orten Muri und Worb.
Die spätestens nach 700 n. Chr. eindringenden Alemannen trafen auf eine Siedlung, die noch den Namen ihres gallorömischen Erstbesitzers trug.
Fünf Jahrhunderte später nennen erste Schriftquellen den Ort in der selben Art: «in villa Riuvenacho» (1248), «in Ruvennacho» (1261) und «Rúffennach» (1324/25).
Ab dem 16. Jahrhundert schwankte die Namensschreibung zwischen «Rüfenach» wie das aargauische Rüfenach bei Brugg und dem heutigen «Rüfenacht».
Vermutlich fanden die Alemannen südöstlich von Rüfenacht am Rand eines Moores auch Mauerwerk von aufgegebenen Gebäuden, so dass das Moos zum «Murmoos» (Maurmoos) wurde.
Die romanische Siedlungstätigkeit endete südlich davon im romanischstämmigen «Vinitz» (Finiz), denn ab da dürften Alemannen Siedlungsgründer gewesen sein:
Der Ortsname «Vielbringen» erscheint bis um 1500 als «Vilmaringen» oder «Vilmeringen» und war eine alemannische Bildung auf «-ingen» zum Rufnamen «Vilmar».
Ab dem 16. Jahrhundert ersetzte «Vilbringen» die älteren Formen.
Die beiden Orte Rüfenacht und Vielbringen waren einst Ackerbauerndörfer, deren Höfe gemeinschaftlichen Getreidebau in Zelgen (Ackerflächen) betrieben, sowie Allmend und Wald gemeinsam nutzten. Einzelhöfe am Dentenberg standen ausserhalb der Zelggemeinde. Im mittelalterlichen Rüfenacht gehörten 8 Klöster wie Fraubrunnen, Frienisberg, Engelberg und Interlaken und zunehmend Dienstadels- und Bernburgerfamilien zu den Güterbesitzern. 1538–1676 war die Patrizierfamilie Zehender Inhaberin des dortigen Laienzehnts. Ihr bekanntester Vertreter, Marquard Zehender (1542–1610†), erwarb Güter- und Grundbesitz, vergrösserte diesen durch Roden und baute ihn zur Herrschaft aus. Zwischen 1582 und 1607 erbaute er den Landsitz. Auf die Zehender folgten ab 1676 die Familien Stürler, Muralt, Stuber, Wyss und Knecht. 1768 veräusserte Johann Jakob Wyss die Herrschaft und allen Grundbesitz an die einheimische Bauernfamilie Gfeller, die 1771 auch das Herrenhaus übernahm, das noch im Besitz ihrer Nachkommen ist.
(Auszug von "Die Geschichte von Rüfenacht und Vielbringen, Anne-Marie Dubler" 2014)
Vielbringen liegt südlich davon, geschützt hinter ehemaligen Moosen und Wäldern auf knapp 580 m.
Der Ortsname «Rüfenacht» belegt die Existenz einer gallorömischen Siedlung:
Das erste Namenglied besteht aus dem römisch-lateinischen Personennamen «Rufinus», das zweite Glied aus der gallisch-keltischen Adjektiv-Nachsilbe «-âkos/âcon», welche die Römer von ihren keltischen Siedlungsvorgängern übernahmen und ihrer lateinischen Sprache als «-âcus/âcum» anpassten. Die Silbe bedeutet so viel wie «gehört zu». Kultivierbares Land, welches die römische Verwaltung einem verdienten Bürger – zum Beispiel unserem «Rufinus» – zur Bebauung verlieh, wurde nach diesem Besitzer benannt und verzeichnet. «Rufiniacum» hiess also so viel wie «dem Rufinus gehörendes Landgut» oder «dem Rufinus gehörende Güter».
Nicht von ungefähr lag diese Siedlung am vielbegangenen Weg zwischen den römisch besiedelten Orten Muri und Worb.
Die spätestens nach 700 n. Chr. eindringenden Alemannen trafen auf eine Siedlung, die noch den Namen ihres gallorömischen Erstbesitzers trug.
Fünf Jahrhunderte später nennen erste Schriftquellen den Ort in der selben Art: «in villa Riuvenacho» (1248), «in Ruvennacho» (1261) und «Rúffennach» (1324/25).
Ab dem 16. Jahrhundert schwankte die Namensschreibung zwischen «Rüfenach» wie das aargauische Rüfenach bei Brugg und dem heutigen «Rüfenacht».
Vermutlich fanden die Alemannen südöstlich von Rüfenacht am Rand eines Moores auch Mauerwerk von aufgegebenen Gebäuden, so dass das Moos zum «Murmoos» (Maurmoos) wurde.
Die romanische Siedlungstätigkeit endete südlich davon im romanischstämmigen «Vinitz» (Finiz), denn ab da dürften Alemannen Siedlungsgründer gewesen sein:
Der Ortsname «Vielbringen» erscheint bis um 1500 als «Vilmaringen» oder «Vilmeringen» und war eine alemannische Bildung auf «-ingen» zum Rufnamen «Vilmar».
Ab dem 16. Jahrhundert ersetzte «Vilbringen» die älteren Formen.
Die beiden Orte Rüfenacht und Vielbringen waren einst Ackerbauerndörfer, deren Höfe gemeinschaftlichen Getreidebau in Zelgen (Ackerflächen) betrieben, sowie Allmend und Wald gemeinsam nutzten. Einzelhöfe am Dentenberg standen ausserhalb der Zelggemeinde. Im mittelalterlichen Rüfenacht gehörten 8 Klöster wie Fraubrunnen, Frienisberg, Engelberg und Interlaken und zunehmend Dienstadels- und Bernburgerfamilien zu den Güterbesitzern. 1538–1676 war die Patrizierfamilie Zehender Inhaberin des dortigen Laienzehnts. Ihr bekanntester Vertreter, Marquard Zehender (1542–1610†), erwarb Güter- und Grundbesitz, vergrösserte diesen durch Roden und baute ihn zur Herrschaft aus. Zwischen 1582 und 1607 erbaute er den Landsitz. Auf die Zehender folgten ab 1676 die Familien Stürler, Muralt, Stuber, Wyss und Knecht. 1768 veräusserte Johann Jakob Wyss die Herrschaft und allen Grundbesitz an die einheimische Bauernfamilie Gfeller, die 1771 auch das Herrenhaus übernahm, das noch im Besitz ihrer Nachkommen ist.
(Auszug von "Die Geschichte von Rüfenacht und Vielbringen, Anne-Marie Dubler" 2014)
Wappen Rüfenacht
An der Gründungsversammlung in 1957 wurde den Anwesenden die Ortsfahne Rüfenacht vorgestellt.
Unser Wappen ist im Staatsarchiv Bern beglaubigt und hinterlegt. Links oben ist das Gemeindewappen von Worb, es stellt die Verbundenheit mit Worb dar.
Die drei Sterne bedeuten die drei Ortsteile von Rüfenacht: das Dorf, die Laupersfuhre (heute Langenloh) und das Sunnedörfli.
Damals waren diese noch ganz voneinander getrennt.
Unser Wappen ist im Staatsarchiv Bern beglaubigt und hinterlegt. Links oben ist das Gemeindewappen von Worb, es stellt die Verbundenheit mit Worb dar.
Die drei Sterne bedeuten die drei Ortsteile von Rüfenacht: das Dorf, die Laupersfuhre (heute Langenloh) und das Sunnedörfli.
Damals waren diese noch ganz voneinander getrennt.
Luftbild von Rüfenacht und Umgebung aus dem Jahre 1938